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Being a part of web exhibitionism

Liebes Weblog,

ich habe mich in der Vergangenheit mehrmals offenkundig gegen Dich ausgesprochen. Es ist nun aber an der Zeit mehr Pragmatik walten zu lassen: Du bist ein einfaches Hilfsmittel mit dem sich  meine neuen Eindrücke effizient und effektiv sortieren, verarbeiten und analysieren lassen. Die Konkurrenz in Form des obligatorischen Praktikumsberichts ist dazu wohl eher weniger geeignet, da er sich mehr auf den fachlichen Part des Praktikums beschränken wird und nach meinen strategischen Schätzungen ungefähr 70% der  Zeit "zur freien Verfügung" ist (i.O. inklusive Schlaf [doch schlafen kann man ja bekanntlich noch, wenn man tot ist]).

Wie oft ich Dich konsultieren werde steht in den Sternen geschrieben. Du kannst diese Metapher übrigens ziemlich wörtlich für "ich weiß es nicht", "frag' mich was Leichteres", "frag' deinen anderen Nachbarn, ich hab' die Aufgabe noch net" oder "wer zum Teufel bist Du eigentlich"  nehmen, da man hier die Sterne eigentlich wegen des Wasserdampfes, des Smogs im Allgemeinen und des Smogs im Speziellen (Licht), nie zu Gesicht bekommt. Leider!

In diesem Sinne: auf gute Zusammenarbeit!!

Daniel

22.10.06 17:48


Think big, but that's hardly big enough!

Meinen ersten richtigen Eintrag widme ich der unermäßlichen Größe Shanghais. Bevor ich aber versuche die Mächtigkeit in eigene Worte zu fassen, sollen Zahlen sprechen:

Einwohnerzahl (nach Angaben des administrativen Rates): 18.7 Mio (entspricht ungefähr der Einwohnerzahl Nordrhein Westfalens, vgl. Berlin 3.8 Mio)

Größe Shanghais: 6341km² (man nehme das Saarland, Bremen, Hamburg, Berlin und New York City, füge deren Fläche zusammen, addiere noch weitere 200km² dazu und man erhält damit die gewünschte Fläche)

Bevölkerungsdichte: 3000 Menschen/km² (es kommt einem aber häufig so vor, als wenn diese sich auf einem m² befänden und das zufällig auf demjenigen, auf dem man selbst steht)

Mit diesen Zahlen kann man sich jedoch nicht wirklich identifizieren. Man muss zumindest ein Teil dieser Größe gewesen sein, um sich so klein zu fühlen, dass man sie erahnen kann. Man könnte stundenlang geradeaus durch diese Stadt fahren (zu Vereinfachung wird der Verkehr außer Acht gelassen) und man wird sie nicht verlassen. Man steht in der Aussichtsgalerie des zweithöchsten Gebäudes der Stadt in über 300m Höhe und sieht bei klaren Verhältnissen bis zum Horizont nichts als Hochhäuser. Von dort oben sehen übrigens  die Reihen von 12 - 15 stöckigen Wohnhäusern den deutschen Reihenhäusern zum verwechseln ähnlich.

Daniel

22.10.06 19:06


The fast and the furious

Am 21. Oktober erreichte ich Shanghai über den Flughafen Pudong. Dem Flieger schnell entflohen versuchte ich noch möglichst viele Passagiere zu überholen, um die Wartezeit an der Passkontrolle zu minimieren. 45 Minuten Wartezeit sprangen dann letztenendes heraus, was nach Angaben von erfahrenen Passierern chinesischer Passkontrollen noch im guten Mittelfeld anzusiedeln wäre. Nach erfolgreicher Durchquerung der Infrarotkameras - meine Körpertemperatur lag bei immerhin 37.7° C - wurde ich das erste Mal in meinem Leben am Flughafen mit einem Schild mit der Aufschrift meines Namens  empfangen. Dieses Schild zu finden war allerdings gar  nicht so einfach, da ungefähr 300 Leute mit Schildern auf ihre Opfer warteten.

Der Fahrer Lu, der jeden Morgen auch einige Kollegen und mich in die Firma fährt, war auf der Fahrt von Pudong in die Innenstadt ein patenter Gesprächspartner. Zwar musste man sich meist mehr mit den Händen unterhalten (ja er hat sich auch während der Fahrt mit den Händen unterhalten), bedeutete aber einen guten Einstieg in den chinesischen Konversationsalltag. Negativer Höhepunkt der Unterhaltung war meine Nachfrage, ob er denn neben seines zweijährigen Sohnes noch ein weiteres Kind besäße Es war zwar eigentlich kein Problem für ihn, aber ich ärgerte mich vielmehr über mich selbst, dass ich nicht an die chinesische Ein-Kind-Poilitik dachte.

Als ich denn gerade mit den Händen zu erklären versuchte, was denn genau meine Aufgabe dort sei (Datenmigration ist ziemlich schwierig pantomimisch darzustellen - man könnte es aber durchaus als offene Runde in Activity integrieren), wurde das Gespräch plötzlich durch eine Mischung aus Zischen und Donnern unterbrochen. Was war das? Das Geräusch kam aus Richtung der großen Betonpfeiler. Das war... eine Betontrasse - die Trasse des... Transrapids. Das hatte ich ganz vergessen, dass dieser ja zwischen Pudong und Shanghai City verkehrt. Alles in allem ziemlich beeindruckend, wenn der Wagen mit annähernd 400 km/h in 25m Luftlinie Entfernung vorbeisaust.  Die Entscheidung steht deswegen fest: nächste Woche wird Transrapid gefahren!

Daniel

24.10.06 18:17


Taxi Driver

Taxifahren in Shanghai ist ein ganz besonderes Abenteuer:

1. Das Abenteuer beginnt zumeist in einem deutschen Auto - dem VW Santana, der im Speziellen für den chinesischen Markt gebaut wurde. 

2. Der Fahrer ist mit einer großen Plasikhaube umgeben, die ihn vor Übergriffen zur Abendszeit schützen soll. Für den Beifahrer bleibt da häufig, bei stattlicher europäischer Bauweise (sprich mit einer riesen Wampe) nur die Möglichkeit zur Seite auszuweichen. Auf der Rückseite dieser überdimensionierten Suppenschüssel steht eine Liste von Gründe, wann das Taxi nicht bezahlt werden muss: rauchen während der Fahrt und aus dem Fenster spucken des Fahrers, der Taxifahrer kommt dem Wunsch nicht nach das Radio auszumachen (in einigen Fällen unbedingt angebracht). 

2. Anschnallen ist in den meisten Taxis auf der Rücksitzbank nicht möglich, da sie mit (weißen XO) Schonbezügen bedeckt sind. Das mag ja im ersten Moment nicht schlimm klingen, ABER im Hinblick auf die Fahrweise trägt dies nicht gerade zur eigenen Beruhigung bei

3. Die Kommunikation mit dem Taxifahrer erfolgt entweder über Zettel mit chinesischen Schriftzeichen, der Landkarte oder in Chinesisch. Mündlich ist aber vorteilhafter, da viele Taxifahrer nicht lesen können. Dennoch ist es ÜBERLEBENSWICHTIG einen Zettel mit seiner Anschrift dabei zu haben (ich spreche hier aus Erfahrung X)).

 4. Die Fahrweise der Taxifahrer ist in keinster Weise mit der in Deutschland vergleichbar. Es wird auf beiden Seiten überholt, rote Ampeln sind ein Fremdwort, häufig wird auch auf die Gegenfahrbahn ausgewichen, auch wenn diese stark befahren ist. Bei den zwei Radfahrunfällen, die ich bis jetzt gesehen habe, war jeweils ein Taxi involviert. Radarfallensensoren sind in fast jedem Auto eingebaut, deswegen spielen Geschwindigkeitsbeschränkungen auch keine große Rolle, wenn der Verkehr es denn mal zulässt. Außerdem ist vorausschauendes Fahren in China auch noch nicht angelangt. Springt eine Ampel auf rot, so muss erst einmal das Gaspedal voll durchgedrückt werde, um dann entsprechend 20 Meter später wieder voll in die Eisen zu steigen.

 Dies trifft natürlich nicht nur auf Taxifahrer zu, der überwiegende Teil der anderen Verkehrsteilnehmer ist auch davon betroffen

 5. Zugegen, das Abenteuer Taxifahrt ist relativ günstig, bei einem Basispreis von 11 RMB (1,1 &euro und langsam ansteigendem Fahrpreis kommt man eigentlich nur selten über 30 RMB,

 Wer die Herausforderung liebt und einen Überdruss auf den langweiligen deutschen Straßen verspürt, soll sich einfach in Shanghai als Taxifahrer bewerben Aber aufgepasst, die nächste Taxifahrt könnte die letzte sein!

31.10.06 16:30





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